Geschichte
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde die Entscheidung, ob man die Peterskirche restaurieren oder komplett wieder aufbauen sollte, immer dringender. Aus diesem Grund beschloss der neue im Oktober 1503 gewählte Papst Julius II., im Jahre 1505 Donato Bramante mit dieser Aufgabe zu betrauen. Dieser war einer der bedeutendsten Architekten seiner Zeit und hielt sich schon in Rom auf. Er erhielt auf Grund dieses Auftrages den Spitznamen “Maestro Ruinante”. Viele seiner Zeichnungen sind in den Uffizien in Florenz aufbewahrt. Alle haben jedoch ein gemeinsames Kennzeichen: sie schlagen einen quadratischen Grundriss vor, in den ein griechisches Kreuz mit vier hervorragenden Apsiden eingefügt ist. Das Quadrat, welches im Raum zu einem Würfel wird, ist im Zentrum von einer Halbkuppel bedeckt. Wie man erkannt hat (A. Bruschi, 1984) inspiriert sich das Ganze an einer präzisen Symbolik, die man der antiken Tradition nach hauptsächlich im byzantinischen Bereich schematisieren kann – “ein Würfel (die Erde) mit vier ausgestreckten Armen (die vier Teile der Welt) und von einer Kuppel überspannt (der Himmel)”.
Am 18. April 1506 wurde mit einer feierlichen Zeremonie mit dem Bau des ersten großen Pfeilers begonnen. Im darauffolgenden Jahr wurden die Fundamente für die drei anderen stützenden Strukturen gelegt. Der Tod von zuerst Julius II. (1513) und dann Bramante (1514) stoppte den Bau, bei dem man bis zur Spitze der vier Pfeiler gelangt war. In den folgenden 40 Jahren wurden weitere Entwürfe ausgearbeitet. Dabei diskutierte man lebhaft darüber ob die neue Peterskirche einen zentralen oder einen länglichen Grundriss haben sollte. Der zentrale Grundriss wurde von Bramante sowie von allen anderen Architekten der Renaissancezeit befürwortet. Das lateinische Kreuz entsprach mehr der kirchlichen Tradition und war gleichzeitig auch besser geeignet, das gesamte Gebiet der antiken konstantinischen Basilika zu bedecken. Mit der Einschränkung der schon errichteten vier zentralen Pfeiler schlugen Raffaello (1514) und Antonio da Sangallo der Jüngere (1538) einen länglichen Grundriss vor, Baldassarre Peruzzi (1520) hingegen einen zentralen Grundriss. Im Jahre 1547 wurde Michelangelo schließlich von Papst Paul III. mit dem Entwurf eines neuen Projektes beauftragt. Er kehrte zu dem zentralen Grundriss von Bramante zurück, verstärkte dabei aber sowohl die Pfeiler als auch die Außenmauern und höhlte das Mauerwerk aus, um Nischen und Ausladungen zu erschaffen. Sein Entwurf sah eine große Kuppel vor, die den zentralen Bereich bedecken sollte, in dem sich auch der päpstliche Altar befand. Die Konstruktion wurde dann endlich in die Tat umgesetzt mit Ausnahme der Kuppel. Diese wurde nach dem Tod Michelangelos 1564 von seinem Schüler Giacomo Della Porta beendet wenn auch nicht ohne Veränderungen wie zum Beispiel die Anhebung der Krümmung der Kalotte. Das Dilemma der Wahl zwischen zentralem und länglichem Grundriss war allerdings noch nicht endgültig entschieden. Das Tridentinische Konzil, welches 1563 beendet worden war, empfahl in den Kirchen die längliche Struktur zu benutzen. Aus diesem Grund wurde der Architekt Carlo Maderno damit beauftragt, die schon von Michelangelo verwirklichte Struktur zu verlängern: Er fügte zwei Spannweiten hinzu und verwandelte somit Sankt Peter in eine Kirche mit Grundriss in Form des lateinischen Kreuzes. Maderno war auch der Autor der Fassade im “klassischen” Stil, die zwischen 1607 und 1612 erbaut wurde.
Die Ursprünge dieser Einrichtung gehen auf die Zeit von Papst Julius II. zurück, der 1506 mit dem Bau der neuen vatikanischen Basilika begonnen hatte. Im Jahre 1523 ernannte Papst Clemens VII. eine ständige Kommission von sechzig Sachverständigen, die direkt dem Heiligen Stuhl unterstanden und mit der Konstruktion und der Verwaltung der Basilika betraut waren.