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Pinakothek

Das Gebäude der Pinakothek wurde im Jahre 1931 beendet. Es war von PapstPius XI. (1922-1939) in Auftrag gegeben worden, um eine Gemäldesammlung neuzuordnen. Diese war angefangen von Pius VI. (1775-1799) im Besitz mehrerer Päpste gewesen. Viele der ausgestellten Gemälde wurden von Napoleon 1797 nach Paris gebracht. Im Zuge des Wiener Kongresses (1815) aber auch Dank der Bemühungen des Bildhauers Antonio Canova wurden die Gemälde zurückgegeben. Die Werke, die vom Mittelalter bis 1800 reichen, sind in chronologischer Reihenfolge in 18 Sälen ausgestellt.

·         Saal I – Hier sind die Werke der sogenannten “primitiven” Maler, weil sie vor Giotto gewirkt haben, aus dem 12.-13. und 14. Jahrhundert gesammelt. Die Gemälde auf Holztafeln kennzeichnen sich im Allgemeinen durch goldenen Hintergrund, scharf umrissenen Konturen, fehlende Farbabstufung sowie fehlende Perspektive in den architektonischen Elementen. Oft ist die Hauptfigur im Zentrum abgebildet während an den Seiten Episoden aus ihrem Leben gezeigt werden.

·         Saal II – Dieser Saal ist den Senesern Malern aus dem 14. Jhrd. Gewidmet sowie Giotto, dem größten italienischen Künstler des Mittelalters. Beachtenswert ist “Jesus vor Pilatus” von Pietro Lorenzetti (1280/1285-1348). Hier drückt sich die extrem raffinierte und elegante Malerei, ein Kennzeichen der Maler dieser Stadt, in gewundenen Formen und warmen Farben aus. Hinzuweisen ist außerdem auf den “segnenden Heiland” von Simone Martini (1284-1344). In der Mitte findet man das Polyptychon von Giotto, welches nach seinem Auftraggeber “Stefaneschi” genannt wird. Beidseitig bemalt, ist auf der mittleren Tafel der hl. Petrus auf einem Thron sitzend dargestellt mit Engeln und Spendern auf der einen Seite und Christus auf dem Thron mit Engeln und Spender (Kardinal Stefano) auf der anderen. Bemerkenswert sind die feinen Mosaikverzierungen des Thrones.

·         Saal III – Hier sind Kunstwerke aus dem frühen 15. Jahrhundert ausgestellt. In dieser Periode ging man in Florenz zur neuen Malerei über: der Goldgrund verschwindet langsam, die Figuren werden solider, die Zentralperspektive weist einen einzigen Fluchtpunkt auf, in den alle geraden Linien zusammenlaufen und was auf die Tiefe hindeutet. Von beachtenswerter Schönheit ist die kleine Temperatafel der “Madonna mit Kind, hl. Dominikus und hl. Katharina“ des Dominikaners Beato Angelico. Hier verbinden sich die neuen Maltechniken perfekt mit der für das Mittelalter typischen Liebe für die Miniatur.

·         Saal IV – In diesem Saal findet man Werke des emilianischen Malers Melozzo da Forlì (1438-1494): die “musizierenden Engel” sind Fragmente eines großen Freskos, das ursprünglich die Apsisrundung der Kirche “Santi Apostoli” an der Piazza Venezia bedeckte und “die Verherrlichung Christi” mit Engeln und Aposteln darstellte. Die Figuren mit kühner perspektivischer Verkürzung, heiteren Gesichtern und üppiger Haartracht sind häufig in musikgeschichtlichen Texten reproduziert. Ein anderes abgelöstes Fresko, Werk von Melozzo, ist “Sixtus IV. und Platina” (1477). Es zeigt die Ernennung von Platina zum Präfekten der Vatikanischen Bibliothek und stellt in Kardinalsgewand Giuliano della Rovere dar, den späteren Papst Julius II. Alle Personen sind in eine streng perspektivisch dargestellte Architektur eingegliedert mit den klassischen Motiven der Kassettendecken mit Rosetten, vergoldeten Gesimsgliedern und Eichenlaubgirlanden (auch Sixtus IV gehörte zu der Familie “della Rovere”, rovere = Eiche).

·         Saal V – ist ebenfalls der Malerei des 15. Jahrhunderts gewidmet. Im Gemälde “die Wunder des hl. Vincenzo Ferrer” von Ercole de’ Roberti (zirka 1450-1496) findet man ein typisches Thema der italienischen Malerei jenes Jahrhunderts nämlich die Vorliebe für antike Ruinen und Architektur.

·         Saal VI – enthält Polyptychen italienischer Künstler aus dem 15. Jahrhundert, die oft noch der Malweise des 14. Jahrhunderts anhängen (Goldgrund, Liebe zum Detail, etc.).

·         Saal VII – vereint Werke der umbrischen Schule. Unter anderem die 1495 beendete “hl. Jungfrau mit Kind und vier Heiligen” von Perugino (1446 – 1524). Der Künstler zeigt die Personen in friedlichen, ausgeglichenen Posen in einem architektonischen Gefüge, das sich seinerseits in einer lieblichen und heiteren Landschaft befindet. Der Künstler hatte schon in der Sixtinischen Kapelle die “Schlüsselübergabe” (1461) ausgeführt. Zu beachten ist auch der “hl. Hieronymus auf dem Thron” von Giovanni Santi (?-1494), dem Vater des großen Raffael1.

·         Saal VIII – zeigt an den Wänden einen Gobelin mit dem letzten Abendmahl nach einem Werk von Leonardo da Vinci (1452-1519) und flämische Gobelins aus dem 16. Jahrhundert nach Kartonvorlagen von Raffael (1483-1520): letztere befanden sich ursprünglich in der Sixtinischen Kapelle und bedeckten den unteren Teil der Wände. In der Mitte des Saales sind Werke von Raffael ausgestellt: recht das Jugendwerk “Krönung der hl. Jungfrau” aus dem Jahr 1502-1503; links die “Madonna di Foligno” (1511-1512), ausgeführt gleichzeitig zu den Arbeiten in den Gemächern das Julius II., die als “Stanzen” bekannt sind; in der Mitte das Meisterwerk “Verklärung” (1518-1520), Öl auf Holz, in dem der Künstler den Einfluss Michelangelos in der Dramatik der Figuren zeigt.

·         Saal IX – beherbergt ein unvollendetes Werk von Leonardo: den berühmten “Hl. Hieronymus” aus dem Jahr 1482. Man beachte auch links oben die für Leonardo typische Landschaft mit Gletschern und urzeitlichem Gebirge sowie die ausgemergelte Figur des Heiligen, der alle irdische Güter aufgibt und das asketische Leben wählt. Im selben Saal befindet sich auch das “Begräbnis Christi” des venezianischen Malers Giovanni Bellini (1430-1516).

·         Saal X – enthält Werke von einigen der bedeutendsten venezianischen Malern des 16. Jahrhunderts: die “Madonna von San Niccolò dei Frari” mit der schönen verschleierten Frau rechts. Von Paolo Caliari, auch Veronese genannt (1528-1588), stammt ein Gemälde, das die hl. Helena darstellt. Gesehen von unten nach oben ist sie auf die für den Künstler typische Weise als reiche, mit glänzenden Brokatgewändern gekleidete Frau dargestellt.

·         Saal XI – hier sind Werke von Malern aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ausgestellt. Unter anderem die “Steinigung des hl. Stephan” von Giorgio Vasari (1511-74), die “Opferung des Isaak” von Ludovico Carcei, die “Verkündigung” von Cavalier d’Arpino aus dem Jahr 1606 und die “Ruhe auf der Flucht nach Ägypten” von Barocci (1528-1612).

·         Saal XII – ist den Malern des frühen 17. Jahrhunderts gewidmet, die von Caravaggio die Vorliebe für den Realismus und die kühnen perspektivischen Verkürzungen geerbt haben. Von besonderem Interesse sind die “Kommunion des hl. Hieronymus” von Domenichino aus dem Jahr 1616, die “Kreuzigung des hl. Petrus “ und “Hl. Matthäus mit Engel” von Giudo Reni (1575-1642), “Petrus verleugnet Christus” aus der Schule Caravaggios, die “Kreuzabnahme” von Caravaggio aus dem Jahr 1604 und das “Martyrium des hl. Erasmus” von dem französischen Maler Poussin.

·         Säle XIII, XIV und XV – In dem ersten Saal findet man Gemälde des flämischen Malers Van Dyck, des Italieners Pietro da Cortona und des Franzosen Nicolas Poussin. In den Sälen XIV und XV befinden sich hingegen Genre-Malereien aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

·         Saal XVI – Hier sind Bilder des in der Nähe von Prag geborenen böhmischen Malers Peter Wenzel (1745-1829) ausgestellt: Bemerkenswert ist das prächtige Gemälde “Adam und Eva im irdischen Paradies”. In den zwei kleinen daran anschließenden Räumen werden Tonmodelle von Statuen von Gian Lorenzo Bernini gezeigt.

 

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