Stato della Città del Vaticano
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Raffaels Stanzen

Danach folgt die “Stanza della Segnatura”, der erste von Raffael gemalte Saal. Seinen Namen erhält der Raum von seiner Funktion als päpstliche Bibliothek, in der Urkunden unterzeichnet wurden. Hier sind die drei neuplatonischen Kategorien des Wahren, des Guten und Schönen dargestellt. Die übernatürliche Wahrheit ist in der “Disputa del Sacramento” dargestellt, der rationale Aspekt in der “Schule von Athen”, das Gute wird von den Tugenden und dem Gesetz verkörpert während das Schöne im Parnass Ausdruck findet. Die “Disputa del Santissimo Sacramento” ist unten dargestellt, seitlich eines Altars mit Monstranz und an beiden Seiten Geistliche, die über die “Wahrheiten” im Himmel “disputieren”. Oben sind in einem Halbkreis aus einer Exedra von Wolken Heilige und Propheten sitzend angeordnet, die ruhig miteinander reden, da sie bereits im Himmel schauen durften, was ihnen auf der Erde versprochen wurde. Über ihnen thront Christus mit der Madonna und dem hl. Johannes zur Seite und über allen erhebt sich der Gottvater, während zu Füßen die Taube als Sinnbild des Heiligen Geistes zu sehen ist. Die Perspektive des Bodens hat ihren Fluchtpunkt in der Monstranz, dem Brennpunkt des Bildes. Die “Schule von Athen” ist eines der berühmtesten Bilder Raffaels. Vor dem Hintergrund einer antiken Architektur, Sinnbild wahrscheinlich der neuen Peterskirche von Bramante, findet man folgende Figuren: in der Mitte Plato mit der Gestalt von Leonardo. Er zeigt mit dem Finger zum Himmel und spielt so auf die Ideen des Aristoteles an. Dieser hat die Handfläche zur Erde hin gekehrt, und vertritt somit im Gegensatz die rationalistischen Prinzipien der Philosophie. Um die zwei überragenden Protagonisten der antiken Geisteswelt scharen sich eine Vielzahl von Philosophen in Gestalt von Persönlichkeiten aus der Zeit Raffaels. Unter ihnen im Vordergrund Heraklit (Michelangelo), Euklid (Bramante), der eine geometrische Figur auf eine Tafel zeichnet, Diogenes fast auf den Treppenstufen liegend, Ptolemäus und Zarathustra mit jeweils der Erd- bzw. der Himmelskugel in den Händen. Die zweite Person rechts mit der grünen Mütze ist ein Selbstbildnis Raffaels. Im “Parnass” ist Apoll umringt von den Musen sowie von berühmten Dichtern und Schriftstellern dargestellt. Auf der linken Seite sieht man Homer, der sich dem Himmel zuwendet und Dante im Profil dargestellt.

Der letzte Saal wurde auf Geheiß von Leo X. Medici (1513-1521) ausgemalt und erhält seinen Namen von dem Hauptgemälde. Hier sind die wichtigsten geschichtlichen Ereignisse dargestellt, die sich unter der Herrschaft der Päpste Namens Leo zugetragen haben: der “Brand im Borgo” erinnert an das

 der Segensloge trat, das Kreuzzeichen machte und damit eine verheerende Feuersbrunst löschte, die in dem Viertel rund um die Peterskirche wütete.
Weitere Fresken sind der “Schwur Leos III.”, die “Krönung von Karl dem Großen” von dem selben Papst Leo III. im Jahr 800 und die “Schlacht von Ostia”, in der Leo IV. an der römischen Küste die Sarazenen besiegte. Alle Fresken sind Werke aus der Schule des großen Raffael. Der Bau der “Loggien” begann 1508 unter Leitung des Architekten Donato Bramante und wurden nach seinem Tod (1514) von Raffael weitergeführt, dem wir die Fresken im zweiten Stock verdanken.
Die Fresken wurden auch mit Hilfe seiner Schüler verwirklicht und sind die künstlerische Antwort Raffaels auf seinen Rivalen Michelangelo. So stellt der Künstler größtenteils die gleichen Themen aus der Genesis wie in der Sixtinischen Kapelle dar. Die Fresken im ersten und dritten Stock hingegen sind Werke aus dem 16. Jahrhundert von den Malern Giovanni da Udine, Giulio Romano und Perin del Vaga.
Besonders beachtenswert sind auch die “grotesken” Dekorationen, die sich durch botanische Motive gemischt mit bizarren Menschen- und Tierfiguren kennzeichnen. Ihre Ausführung inspirierte sich an den Malereien der gerade entdeckten Residenz des Kaisers Nero (54- 64), der Domus Aurea.

 


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