Die vatikanischen Höfe

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Lässt man den sogenannten “Atrio delle Corazze” (Hof der Rüstungen) links liegen und überquert das Atrium der “Quattro Cancelli” (vier Tore) gelangt man in den “Cortile della Pigna” (Hof des Pinienzapfens). Dieser wurde teilweise aus dem Bereich des Belvedere aus dem 16. Jahrhundert gewonnen. Der Belvederehof war 1506 von dem Architekten Donato Bramante in Auftrag von Julius II. entworfen worden. Er sollte den Palast das Innozenz VIII. (1484-1492) mit der von Sixtus IV. (1471-1484) erbauten Sixtinischen Kapelle verbinden. Die Pflasterung und die Seitenarme waren leicht der Sixtinischen Kapelle hin zugeneigt.
Auf diese Weise wirkte der Hof, für denjenigen, der von den päpstlichen Gemächern auf ihn hinabsah, noch größer als in Wirklichkeit. Im äußersten nördlichen Bereich war eine große Nische als Abschluss der Fluchtperspektive vorgesehen. Sie wurde so wie sie heute auf dem sogenannten “Cortile della Pigna” zu sehen ist, 1565 von dem Architekten Pirro Logorio verwirklicht nach dem Vorbild der Kuppel des Pantheons. Eindrucksvolle Drucke auf der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts können eine Idee von den Festen und prunkvollen Umzügen vermitteln, die hier stattfanden. Ende des 16. wurde der Belvederehof durch den Bau des Querarmes der Bibliothek von Sixtus V. (1585-1590) in zwei Abschnitte unterteilt. 1822 wurde dann ein zweiter Querarm erbaut, der “Braccio Nuovo”, in dem eine Statuensammlung untergebracht wurde.

Heute bestehen also drei Höfe: der “Cortile della Pigna”, “Cortile della Biblioteca” und der Belvederehof. Der “Cortile della Pigna” erhält seinen Namen von einem riesigen fast 4 Meter hohen Bronzepinienzapfen. Diese befand sich im antiken Rom in der Nähe des Pantheons und nach ihm wurde das Stadtviertel “quartiere della Pigna” benannt. Im Mittelalter wurde der Pinienzapfen wahrscheinlich in die Vorhalle der alten Peterskirche gebracht und von dort 1608 zu seinem jetzigen Standort transportiert. An den Seiten befinden sich zwei Bronzepfauen, Kopien der Originale aus dem 2. Jahrhundert n.Chr., die im “Braccio Nuovo” aufbewahrt werden.

Im Zentrum des großen offenen Platzes findet man zwei konzentrische Sphären, ein Werk des Bildhauers Arnaldo Pomodoro (1990).