150. TODESJAHR VON GIUSEPPE GIOACHINO BELLI

150. TODESJAHR VON GIUSEPPE GIOACHINO BELLI  

Giuseppe Gioachino Belli wurde am 7. September 1791 in Rom ge-
boren. Schon früh zeigte sich sein Talent als Schriftsteller; zunächst
beweist er es mit wissenschaftlichen Aufsätzen und, nach seiner
Annäherung an das römische akademische Ambiente, mit dem Ver-
fassen von Versen. Seine Heirat mit einer wohlhabenden Witwe er-
möglichen ihm die Vervollkommnung seiner Literaturleidenschaft und
Reisen in ganz Italien. In Mailand wird er mit dem Werk des Dichters
Carlo Porta bekannt und erkennt, dass die humorvolle, mundartliche
Dichtung ein mit den anderen Literatursparten gleichrangiges Mittel
der Darstellung der Gesellschaft sein kann. Belli beginnt mit beissen-
der Satire die Laster und Tugenden seines Volkes, der römischen Be-
völkerung, zu beschreiben, wobei er sich als metrische Form für das
Sonett entschied und es ihm gelang, mehr als zweitausend davon
zu dichten »...ich habe beschlossen, dem, was heute das römische
Volk ist, ein Monument zu schaffen... die Sprache, das Naturell, die
Sitten und Gebräuche, die Beschäftigungen, die Überzeugungen, die
Vorurteile, die irrationalen Glaubensgebilde, kurz, alles was es be-
trifft«. Am 21. Dezember 1863 stirbt der Dichter Belli, aber nicht ohne
sich von seinem gesamten literarischen Schaffen losgesagt zu haben
und dessen Vernichtung zu verlangen. Seine Erben erfüllten seinen
Willen nicht und bewahrten sein wertvolles künstlerisches Erbe zum
Wohl der Nachwelt und seiner Mitbürger. Als Ehrung des römischen
Dichters liest man auf der Kleinbogen-Ausgabe mit sechs Postwerten
das Sonett »er giorno der giudizio« (der Tag des Jüngsten Gerichts).