500. TODESJAHR VON BRAMANTE

500. TODESJAHR VON BRAMANTE  

In dieses Jahr fällt das 500. Todesjahr des italienischen Architekten und Malers Bramante, einem der wichtigsten Künstler der Renaissance. Das Amt für Philatelie und Numismatik erinnert an ihn mit der Ausgabe eines Gedenkblocks, der die von ihm entworfene Wendeltreppe zeigt, die oberhalb vom Cortile del Ottagono des Palazzo del Belvedere (Va- tikanstadt) liegt. Über seine frühen Ausbildungsjahre ist wenig bekannt, während er sich noch jung an Jahren in Urbino ausbildet, wo er aus nächster Nähe Piero della Francesca, Paolo Uccello und Melozzo da Forlì bewundern kann. Nach kurzem Aufenthalt in Bergamo übersiedelt er nach Mailand, wo er am Hof von Herzog Ludovico il Moro zahlrei- che Arbeiten als Architekt und Maler ausführt. Von seinem Wirken als Maler sind uns nur wenige Fresken erhalten, während die Zeugnisse seines Wirkens als Bauarchitekt in Mailand (die Kirchen Santa Maria presso San Siro, Basilica di Sant’Ambrogio und Santa Maria delle Gra- zie) und auf dem Gebiet des Herzogtums (Dom von Pavia) zahlreich erhalten sind. 1499, nach dem Fall des Herzogs Sforza, geht Bramante nach Rom, wo er rasch bedeutende Aufträge erhält und wo er ein Um- feld von Intellektuellen und Künstlern vorfindet, das seine Kunst durchdringt und erhebt. Ihm ist der Bau des Klosterhofes der Kirche Santa Maria della Pace, des Tempietto von San Pietro in Montorio und des Cortile del Belvedere zu verdanken. 1506 wird Bramante von Julius II. zum päpstlichen Architekten ernannt und mit zahlreichen urbanistischen Projekten beauftragt, darunter der Abriss der alten konstantinischen Petersbasilika und deren Neubau. Doch sein origineller und grandioser Plan wurde nie realisiert, weil der Papst 1513 verstarb und der Tod Bramante ihm Jahr darauf ereilte. Die Zeit seines irdischen Lebens genügte aber, um ihn zum grössten Erneuerer der Architektur der Renaissance heranreifen zu lassen.